Gedenkfeier für die erschossenen Sowjetbürger


Gedenkfeier erinnert an Kriegsgefangene

Kurz vor Kriegsende starben in Erwitte 19 sowjetische Bürger: Am 1. April 1945, vor jetzt 65 Jahren, wurden sie an der Hellwegkreuzung und weiteren Orten der Hellwegstadt erschossen. Ihnen zum Gedenken steht auf dem Erwitter Friedhof seit vielen Jahren ein Grab- und Gedenkstein, an dem der DGB Kreisverband Soest und die Stadt in einer kleinen Gedenkfeier am Karsamstag, den 3. April ab 14 Uhr der Gestorbenen gedachten.



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In den Wirren der letzten Kriegstage zogen Kolonnen an Soldaten, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen durch die Hellwegstadt. Als amerikanische Truppen Lippstadt besetzten und damit den Ruhrkessel schlossen, sammelten sich deutsche Soldaten und Mitglieder des "Freikorps Sauerland" auf dem Burggelände.

An der Hellwegkreuzung fielen ihnen russische Bürger in die Hände, denen pauschal unterstellt wurde, an Plünderungen beteiligt gewesen zu sein - das bedeutete das Todesurteil. Ein Mitglied des Freikorps war Ankläger, Richter und Henker in einer Person und vollzog das Urteil an Ort und Stelle.

Die so zu Tode gekommenen sowjetischen Bürger wurden zunächst in einer Grube begraben, später auf den Erwitter Friedhof umgebettet. Dort ist dann der Grab- und Gedenkstein errichtet worden, an dem die Gedenkfeier am Karsamstag stattfindet. Um mit dieser Veranstaltung auch ein Zeichen für Völkerverständigung zu setzen, haben DGB und Stadt Erwitte einen sowjetischen Zeitzeugen eingeladen, bei der Gedenkfeier zu reden.

Noch sind allerdings nicht alle historischen Fragen um die ermordeten sowjetischen Bürger geklärt. Um diese Lücken zu schließen und den nachfolgenden Generationen das notwendige Wissen über die Vergangenheit zu vermitteln, suchen DGB und Stadt Erwitte weitere Augen- und Zeitzeugen.


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Rede Bürgermeister Peter Wessel